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Kulturinformation Salat
Botanischer Name: Lactuca
sativa var.
Herkunft:
Man findet in der Literatur Hinweise, daß die
Kultur des Salates bis zu den Ägyptern zurückgeht. Die Kultur von Salat soll
dann über die Griechen zu den Römern gekommen sein. In Mitteleuropa wurde die
Kultur des Salates erst um das Jahr 800 bekannt. Der geschützte Anbau von Salat
wurde vermutlich unter Ludwig XIV. um 1700 eingeführt, da die Lieferung von
frischem Salat für die königliche Tafel bereits im Januar glaubwürdig belegt
ist. ( Aus Gemüseproduktion Helmut Krug)
Als Urform aller Salate wird die Wildform Lactuca
serriola angenommen
.
Spargelsalat
Er steht der Wildform L. serriola noch sehr nahe.
Die Blätter sind lanzettenförmig, ungeteilt, ganzrandig oder gezähnt und
unterseitig auf dem Mittelnerv z.T. leicht gestachelt. Die Achse wächst relativ
schnell durch. Geerntet werden die jungen stark verdickten Achsen vor der
Ausbildung der Blütenstände, geschält und wie Spargel zubereitet oder roh
genossen. Der Anbau ist in China weit verbreitet.
Schnitt- und Pflücksalate
Die Pflanzen bilden blattreiche Rosetten ohne
Kopfbildung. Die Blattform von Schnittsalaten zeigt eine beträchtliche
Variationsbreite (Lollo rossa oder Krulsalate).
Römischer oder Bindesalat
Auch die Bindesalate bilden während der
vegetativen Phase eine dichte Rosette. Dabei nehmen die etwas derberen Blätter
im Gegensatz zu den Schnitt- und Pflücksalaten eine steilere, schräg aufwärts
gerichtete Stellung ein. Sie sind überwiegend länglich, spatel- bis keilförmig,
ungeteilt und ganzrandig; bei vielen Sorten sind die Blattspitzen leicht nach
innen gebogen. Bindesalate gehen weniger schnell in die Blüte als die übrigen
Gartensalate. Sie vertragen höhere Temperaturen, sind aber frostempfindlicher.
Der Anbau liegt vorzugsweise in den Ländern Italien, Frankreich und Spanien.
Kopfsalat
Bei den Kopfsalaten bilden die großlappigen,
ungeteilten, meist blasigen Blätter nach anfänglich offener Rosette einen mehr
oder weniger festen Kopf. Dabei greifen die inneren Blätter der Rosette übereinander,
so daß sie eng aneinander gepreßt über dem Vegetationskegel liegen. Nach der
Blattbeschaffenheit sind zwei Zuchtrichtungen zu unterscheiden:
a) Buttersalate (werden heute als der klassische
Kopfsalat bezeichnet)
b) Eis- bzw. Krachsalate
Besonders in jüngerer Zeit sind aus zahlreichen
Kreuzungen Bindesalat x Kopfsalat oder Schnittsalat viele neue Typen entstanden
wie z.B. Cosbergsalat (Buttersalat x Bindesalat) und der Bataviasalat (Eissalat
x Buttersalat). Sie vereinen meist einige positive Eigenschaften aus den
einzelnen Gruppen. ( nach Mansfeld 1954 und aus Gemüseproduktion Helmut Krug )
Botanik:
Bei der Wurzel der Salate handelt es sich um eine
typische Pfahlwurzel, was heute durch unsere Kulturmethode (Pflanzung in Ballen)
nicht mehr so eindeutig zu erkennen ist; doch sollte man dies bei den Kulturmaßnahmen
bedenken. Der Keimling bildet 2 kurzstielige, länglich runde Keimblätter aus.
Die Form und Anordnung richtet sich dann in der weiteren Entwicklung der Blätter
nach der einzelnen Salatart. Bei den Freilandsalaten handelt es sich um einjährige
Pflanzen, die in der ersten Phase ihres Wachstums eine Rosette bilden. Auch hier
gibt es Arten, die eine lockere Rosette bilden z.B. Lollo Rossa oder, wie z.B.
Kopfsalat einen "festen" Kopf bilden Die Kopfbildung wird durch eine
Hemmung des Wachstums der Blütenstandachse hervorgerufen.
Der Übergang von der vegetativen Phase zur
generativen Phase (Schossen) ist von mehreren Faktoren abhängig. Erstens Boden-
und Lufttemperatur und zweitens muß auch die Tageslänge beachtet werden. Über
Temperatur oder kritische Tageslänge kann man keine eindeutigen Aussagen
machen, da sie je nach Art und Sorte sehr unterschiedlich sind.
Der Blütenstand kann bis zu 1 m hoch werden, und
verzweigt sich oben. Dort befinden sich dann die Blütenkörbchen. Bei den
Salaten handelt es sich um zwittrige Blüten, die sich in der Regel selbst
befruchten.
Anbau - Formen:
1) Freilandanbau
2) Unterglas - Anbau
Wir wollen uns an dieser Stelle nur dem
Freilandanbau widmen.
Anzucht:
Kopfsalat kann von Ende November bis Anfang
August für die Freilandproduktion ausgesät werden. Die besten Keimtemperaturen
liegen zwischen 12° und 18° C. Bei Temperaturen über 20° C ist Keimhemmung möglich.
Die Anzuchtzeit schwankt zwischen ca. 70 Tagen im Winter und ca. 18 Tagen im
Sommer. Die Jungpflanzenanzucht wird heute in den meisten Fällen von
Spezialbetrieben vorgenommen. Diese Betriebe haben sich mit den notwendigen
Maschinen und Räumlichkeiten ausgerüstet, um dem Erzeuger optimale
Jungpflanzen zu liefern.
In vollautomatischen Straßen werden die Erdtöpfe
gepreßt, besät, in Kisten abgestellt und diese dann gestapelt. Diese Stapel
kommen dann sofort in Klimaräume, wo die Samen bei der richtigen Temperatur
keimen können. Die ersten 8-10 Stunden sind sehr wichtig für das
Auflaufergebnis.
Die ideale Jungpflanze hat 4 - 6 Blätter und die
Wurzeln sind außerhalb des Preßballens noch nicht sichtbar. Diese verhältnismäßig
kleinen Pflanzen überstehen den Schock, der durch die Pflanzung eintritt viel
besser als eine große. Sie welken nicht bei hohen Temperaturen und die Wurzeln
werden nicht beschädigt. So werden gefährliche Infektionsstellen vermieden.
Boden:
Kopfsalat gedeiht am besten auf leichten bis
mittleren Böden mit guter Struktur und möglichst hohem Humusgehalt, pH-Wert 6
- 7. Wichtig sind ausreichend tiefe Bodenbearbeitung und guter Bodenschluß. Das
Beet sollte zeitig vorbereitet und kurz vor der Pflanzung noch einmal flach
bearbeitet werden. Auf diese Weise werden sehr viele Unkräuter schon im
Keimstadium vernichtet.
Düngung:
120 - 140 Kg/ha N; 80 - 100 Kg/ha P2O5; 150 - 200
Kg/ha K2O Bei Eissalat sollte ca. 20 Kg/ha N mehr gegeben werden. Nach Möglichkeit
sollte man das KNS-System (kulturbegleitendes Nitratsollwerte System) nutzen und
anwenden. (Eventuelle Ernterückstände der Vorkultur anrechnen)
Pflanzung:
Die Pflanzung erfolgt entweder von Hand, mit der
Nocken- oder Bändersetzmaschine. Der Pflanzabstand variiert zwischen 28 x 33 cm
und 30 x 35 cm. Bei Eissalat wird bis zu 35 x 35 cm gepflanzt. Pro Ha stehen
95.000 bis 105.000 Pflanzen
Kulturführung:
Kopfsalat sollte so harmonisch wie möglich
angebaut werden. Dies fängt bei der Bodenbearbeitung an und setzt sich bei der
Beregnung fort. Grundsätzlich sollte nur morgens beregnet werden, weil der
Bestand dann nicht so lange naß ist ( außer direkt nach der Pflanzung). In der
Anwachsphase kräftige Wassergaben, damit der Boden bis in die Tiefe
durchfeuchtet ist und somit eine tiefe Durchwurzelung erreicht wird. Nach dem
Anwachsen kann eine kurze Trockenphase die Wurzelbildung verstärken. Ab diesem
Zeitpunkt ist es besser, öfter kleinere Wassergaben zu verabreichen, als selten
größere Gaben.
Auch die Pflanzenschutzspritzungen sollten möglichst
in den frühen Morgenstunden durchgeführt werden ( ganz besonders bei hohen
Temperaturen).
Geerntet wird direkt in die Kiste. Bis vor
wenigen Jahren waren 24 St. / Kiste mit 250 - 300 gr je Kopf die richtige Qualität.
Heute werden 12 St. / Kiste mit 400 gr oder einem noch höheren Kopfgewicht
vermarktet. Die vollen Kisten werden entweder von Hand mit Wasser oder bei
Durchlaufen eines Ladebandes abgesprüht. Um ein optimales Abspülen der Milch
an der Schnittfläche zu erreichen, sollten zwischen dem Schneiden und dem Sprühen
ca. 30 - 60 Sek. vergehen. Kopfsalat - Spezialisten benutzen mittlerweile
Erntemaschinen mit Einzelkopfwaschung zur Einmalernte. Auf diesen Maschinen sind
auch Waagen montiert, so daß nach Kopfgewicht sortiert werden kann.
Pflanzenschutz an Salat
Tierische Schädlinge:
Schädlinge, die nur in der Saatgutvermehrung
auftreten
Salatsamenwickler:
Die Samen werden von den Raupen zerfressen, tritt hauptsächlich in der Zeit von
Anfang Mai bis Ende Juli auf.
Schädlinge, die in der Kultur auftreten
Wurzelgallenälchen:
Köpfe fangen im Bestand an zu welken und bleiben in der Entwicklung zurück. Es
sind keine Fraßschäden an den Wurzeln zu erkennen, auch ist keine Fäulnis
festzustellen. Verdickungen der Wurzeln sind in verschiedenen Varianten
festzustellen.
Wurzelläuse:
Bei Hitze beginnen die Pflanzen zu welken und vereinzelt treten verkümmerte
Pflanzen auf. An den Wurzeln sind Läuse mit einem weißen Wachsbelag
festzustellen.
Salatwurzelspinner und Hopfenwurzelspinner: Sie
treten meist nur in sehr begrenztem Umfang auf, sind auf die Zeit von Anfang Mai
bis Ende August begrenzt. Im fleischigen Teil der Wurzel, besonders im
Wurzelkopf, ist ein höhlenartiger Fraß festzustellen. Die Tiere sind ca. 4 cm
lang, cremeweiß und bewegen sich sehr schnell.
Blattläuse: Es
können bei stärkerem Befall Verkrüppelungen der Triebe auftreten, ebenso ein
Einrollen der Blätter. Bei extremem Befall tritt Honigtau auf, auf dem sich später
Schwärzepilze ansiedeln können, die dann einen schwarzen Belag bilden (Rußtau).Ein
großes Problem ist das Auftreten von geflügelten Tieren. Bei den
Pflanzenschutzmaßnahmen sollte darauf geachtet werden, daß die Tiere nicht in
den Kopf einwachsen.
Wichtige Blattlausarten bei Salat
-Salatlaus (Nasonovia ribisnigri); kommt zu 90 %
im Salat vor, Farbe grün, gelblich, rötlich - sitzt im Herzblatt - verursacht
Kopffäule im Eissalat
-Kartoffellaus; in 5 - 10 % der Fälle; sitzt
meist außen, daher leicht zu bekämpfen
-Pfirsichlaus; starker Virusvektor
Natürliche Gegenspieler von Blattläusen sind:
Marienkäfer Blattlauswespen Florfliege Schnabel- oder Skorpionfliege
Pilzliche Krankheiten:
Falscher Mehltau: Auf
der Blattoberseite sind schwache gelbe Flecken zu erkennen, die gewöhnlich
durch Adern begrenzt sind, welche später dann eintrocknen. Auf der Unterseite
bildet sich ein weißer Sporenrasen (Myzel).In der Regel werden zuerst die Umblätter
befallen. Ohne chemische Bekämpfung verbreiten sich die Sporen über ganzen
Kopf. Aus Gründen der Anbausicherheit sollten möglichst Sorten mit hoher
genetischer Resistenz verwendet werden.
Auch beim Anbau von Sorten mit einer hohen
genetischen Resistenz sollte auf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht
generell verzichtet werden. Immer wieder zeigt sich, daß sich in den Gebieten
zuerst neue Mehltaustämme entwickeln , wo keine Behandlung gegen Falschen
Mehltau erfolgte.
Sklerotinia Fäule:
Die Umblätter beginnen vom Rand her zu welken. Am Wurzelhals und an den unteren
Blättern ist eine Fäulnis mit Verschleimung festzustellen Die befallenen
Stellen sind mit einem weißen Pilzrasen ( Myzel) überzogen. In dem Myzel sind
die ca. 1 mm großen, schwarzen Sklerotien eingebettet.Sklerotien können
mehrere Jahre im Boden überleben.
Rhizoctonia solani- Schwarzfäule:
Die am Boden liegenden Blätter faulen, wobei die Mittelrippe zunächst nicht
betroffen ist. Die Mittelrippe weist meist bräunliche Längsstreifen auf. Die
befallenen Blätter sind sehr dünn und verfärben sich zuerst braun, danach
schwarz. Im weiteren Verlauf des Befalls dringt der Pilz von unten immer weiter
in die Pflanze ein.
Grauschimmel - Botrytis cinerea:
Der Befall tritt meist kurz nach der Pflanzung oder zu Ende der Kultur auf. Es
beginnt mit dem Welken und Faulen der am Boden aufliegenden Blätter. Die Fäulnis
erfaßt die ganze Pflanze (auch ist dabei der Wurzelhals betroffen). Auf den
befallenen Blättern bildet sich ein grau-brauner Pilzbelag, der, wenn man den
Kopf berührt, staubt. Da der Pilz nicht in der Lage ist in gesundes Gewebe
einzudringen, müssen Verletzungen oder Absterbeerscheinungen vorausgehen. Eine
wichtige Rolle spielen dabei die untersten Blätter, die aus Lichtmangel
absterben. Die Salatpflanze ist nicht in der Lage am Blattstiel eine Trennwand
auszubilden. Auf diesem Weg kann der Pilz in gesundes Gewebe eindringen. Bei
Grauschimmelproblemen kann man durch hohe (flache) Pflanzung und weiten
Pflanzabstand etwas Abhilfe schaffen.
Salatwelke - Pythium tracheiphilum:
Tritt besonders bei niedrigen Temperaturen auf. Die Pflanzen bleiben in der
Entwicklung zurück, die älteren Blätter vergrauen. Zu einem späteren
Zeitpunkt treten dann Welkesymptome auf, und die Pflanzen können ganz
absterben. Im Wurzelhals (Strunk), sind Verbräunungen der Gefäße zu erkennen.
Ringfleckenkrankheit - Marssonina panattoniana:
Auf den Blättern zeigen sich kleine, runde, braune Flecken mit weißem Rand,
deren Zentrum herausfällt. Die Blätter sehen aus, als ob man sie mit einem
Schrotschuß durch-löchert hätte. Die Ringfleckenkrankheit wird durch Wasser
und Luft, seltener durch Saatgut übertragen
Virus Erkrankungen
Salatmosaikvirus - SMV:
Es handelt sich dabei um einen weltweit verbreiteten Virus. Die Pflanzen zeigen
Aderchlorosen und - nekrosen. Es treten Mosaikscheckungen auf. Wurden die
Pflanzen in einem frühen Stadium befallen, bilden sie keinen Kopf aus, sondern
machen Blattrosetten mit einer starken Kräuselung. Für den Mosaikvirus gibt es
4 Übertragungsmöglichkeiten; Blattläuse, Samen, mechanisch, Pollen von Unkräutern
z.B. Kreuzkraut.
Gurkenmosaikvirus - Cucumber mosaic virus:
Er tritt ebenso stark wie der Salatmosaikvirus auf. Das Virus zeigt sich durch
blaßgelbe bis gelbe Blätter, schlechte Kopfbildung und gestauchtem Wuchs.
Gelegentlich treten auch Nekrosen auf, die aber örtlich begrenzt sind. Durch
die große Zahl der Wirtspflanzen des GMV ist eine ständige Infektionsgefahr
gegeben.
Breitadernvirus - Big Vein (Bobbelblatt):
Das Adernnetz bleibt im Wachstum gegenüber dem Blattgewebe zurück, wodurch
stark gewölbte Blätter entstehen. Die Blattadern werden breit und das direkt
angrenzende Blattgewebe wird deutlich heller oder sogar gelb. Die
Krankheitssymptome sind am stärksten bei einer Lufttemperatur von 14° C. Im
Bereich von 18 - 22°C wird der Erreger am schnellsten in die Sproßteile
transportiert. Über 24°C zeigen sich keine Symptome mehr. Der Erreger wird von
den Zoosporen des Bodenpilzes Olpidium brassicae übertragen. In trockenem
Material können Erreger und Überträger 20 Jahre überdauern. Eine Verbreitung
durch Insekten findet nicht statt.
Bronzefleckenvirus:
Besonders bei Endivien und Radicchio vorkommend. Er zeigt sich durch gelbgrüne
Flecken an den Blattadern und unregelmässigen Verbräunungen innerhalb der
Chlorosen. Die Viren werden von Thripsen übertragen, daher ist ein großes
Augenmerk auf die Bekämpfung von Thripsen zu legen.
Tomato spotted wilt virus:
Wird wie das Bronzefleckenvirus auch durch Thripse übertragen. Es bilden sich
vor allem im jungen Stadium kleine nekrotische Flecken auf den inneren Blättern.
Im fortgeschrittenen Stadium werden die Blätter braun bis schwarz und das Herz
stirbt ab.
Westlicher Rübenvergilbungsvirus - Beet
Western Yellow Virus: Die älteren Blätter
zeigen Vergilbungen der Interkostalfelder, wobei diese auch weiß und brüchig
werden können. Die Blattadern hingegen bleiben grün. Das Schadsymptom hat Ähnlichkeit
mit Magnesiummangel. Die Übertragung der Viren erfolgt durch Blattläuse.
Wirtspflanzen sind einige Kulturarten wie Spinat, Blumenkohl, Radies sowie
Kreuzkraut und Hirtentäschel.
Bakterienkrankheiten
Bakterienfäule:
Sie wird durch Pseudomonas- und Xanthomonasarten hervorgerufen. Meistens treten
zuerst an den äußeren Blättern Fäulniserscheinungen auf. Später geht die Fäulnis
auf den ganzen Kopf über und die befallenen Blätter werden schleimig. Ein Bekämpfung
ist nicht möglich. Befallene Bestände sollten geschlegelt und getrocknet
werden, keine sofortige Einarbeitung.
Nährstoffmangelsymptome
Stickstoff:
Wachstum und Kopfbildung sind gehemmt, gelbgrüne Blätter und auffallend
dichtes Wurzelwachstum.
Phosphor:
Gestauchter, rosettenartiger Wuchs, dunkelgrüne oder rötliche Blattfarbe
Magnesium:
Die Blätter werden blaßgrün, gelblich bis fast weiß, die Adern bleiben grün.
Bor:
Kopfsalat hat einen mittleren Boranspruch. Bei Unterversorgung kommt es zu
rosettenartigem Wachstum. Die Außenblätter sind dunkelgrün, die jüngsten Blätter
chlorotisch verdickt. Es entstehen Blattnekrosen. Bei extremem Bormangel stirbt
der Vegetationspunkt ab.
Physiologische Störungen
Trockenrand:
An den Blatträndern entstehen bogenförmige Verbräunungen (Ränder), die durch
unzureichende Feuchtigkeit, Wachstumsstockungen und extrem hohe Verdunstung
hervorgerufen werden. Auch kann Randen durch einen zu hohen Salzgehalt im Boden
hervorgerufen werden ( im UG - Anbau häufiger)
Innenbrand:
Die jungen Blätter in der Mitte des Salatkopfes bekommen braune Ränder. Diese
verbräunten Ränder weiten sich dann im weiteren Verlauf zu einer Fäule aus.
Bei Eissalat äußert sich das Schadbild durch die Verbräunung der Blattadern
mit anschließender Kopffäule. Innenbrand wird durch Calciummangel an den
inneren Blättern hervorgerufen. Calcium wird für den Bau von Zellwänden benötigt.
Verursacht wird der Mangel meist nicht durch einen Calciummangel im Boden,
sondern lediglich in der Pflanze. Calcium ist in der Pflanze schwer beweglich
und wird nur mit dem aktiven Saftstrom mitbewegt. Bei hoher Luftfeuchte und
somit geringer Verdunstung gibt es einen rel. Calciummangel an den äußeren
Pflanzenteilen wie zB. den Blatträndern, die dann die oben angeführten
Symptome zeigen. Als auslösende Faktoren werden dabei folgende Punkte angesehen
- hohe Temperatur über 24°C. - schlechter Wasserhaushalt - wenig Wurzelvolumen
- zu hoher N-Gehalt im Boden - hoher Salzgehalt - unausgeglichene Nährstoffverhältnisse
- Sortenempfindlichkeit
Glasigkeit:
Glasigkeit tritt vor allem bei Wetterwechsel von heiß auf kalt, verbunden mit
einem bewölktem Tag (verringerte Assimilation) auf. Dabei entsteht durch die
hohe Bodentemperatur eine erhöhte Wasseraufnahme. Aufgrund der niedrigen
Lufttemperatur und wenig Licht kann das Wasser nicht mehr abgegeben werden, und
daraufhin platzen die Zellen in den Blattadern.
Blattstielgemüse/Mairübstiel
Brassica rapa var. rapa
Namenia
Wohlschmeckendes Blattstielgemüse bei dem Stiele
und junge Blätter verwendet werden können. Entweder Dichtsaat in Reihen mit 20
- 25 cm Abstand bei Verwendung wie Mairübstiel oder Anbau wie Herbstrüben (50
x 30 cm, 30 g Saatgut/Ar) zur Produktion von kräftigen Einzelpflanzen.
TKG: 2 - 3 g, 1 g = 330 - 500 g.
Aussaatzeit: Unter Glas ab Januar für die Ernte
ab März, Freilandaussaaten ab M. März bis etwa Ende August.
Abstand: Reihenabstand je nach gewünschter
Pflanzengröße 12 - 20 cm.
Saatgutbedarf je 100 qm: 300 - 500 g.
Brunnen- oder Wasserkresse
Nasturtinum officinale Cruciferae
mehrjährig, 30 - 60 cm hoch
TKG:
0,2 - 0,3 g, 1 g = 3300 - 5000 Korn
Aussaatzeit: Im Freiland Direktsaat Mitte Mai bis
Mitte August. Vorkultur z.B. in Erdpreßtöpfe ist möglich, Aussaat für
Erdkultur im Gewächshaus September/Oktober
Saatgutbedarf:
Bei Vorkultur (6 - 10 Korn je Preßtopf) 1,5 - 3 g/1000 Töpfe, Direktsaat 5
g/100 qm, Dichtsaat für Erdkultur im Gewächshaus 20 - 30g/100 qm.
Anbauinformation:
Normalerweise benötigt Brunnenkresse fließendes klares Wasser. Keimdauer 10 -
14 Tage, nach der Keimung wird geflutet und der Wasserspiegel kontinuierlich,
entsprechend der Pflanzengröße angehoben. Die Triebspitzen sollten möglichst
vollständig von Wasser bedeckt sein.
Eine Pflanzung nach Vorkultur sollte im August
oder September erfolgen, dabei die Pflanzen schräg mit dem Wasserfluß
einpflanzen. Sinkt die Wassertemperatur im Winter unter 8 - 9° C stellt die
Pflanze ihr Wachstum ein.Reihenabstand 20 cm, bei Pflanzung in der Reihe 8 - 10
cm.
Erdkultur im Gewächshaus erleichtert die Ernte.
Hierzu wird bei einem Reihenabstand von 15 cm wesentlich dichter gesät, wichtig
ist ständig feuchter Boden und hohe Luftfeuchtigkeit damit die Triebspitzen
nicht hart werden.
Die Kultur kann energiesparend mit einer
Minimumtemperatur von 6 - 8° C geführt werden.
Ernte:
Bei Erdkultur im Gewächshaus ca. 2 Monate nach der Aussaat mit 6 - 8 cm Trieblänge,
ein zweiter Schnitt, wieder 2 Monate später ist möglich. Bei der Wasserkultur
kann je nach Zuwachs mehrmals von Oktober bis April geerntet werden. Die Ernte
wird spätestens im Mai bei beginnender Blüte beendet. Die Ernte der bis zu 10
cm langen Triebspitzen erfolgt von Hand oder mit der Sense.
Verwendung:
Geschmack und Verwendung ähnlich Gartenkresse, d.h., nur in frischem Zustand für
Salate, Quark oder Frischkäse, zum Garnieren von kalten Platten usw.
Zuckerhut (Zichoriensalat)
Aussaat ab Mai (bis einschließlich August) direkt ins
Freiland.
Die handhohen Pflänzchen auf 30 x 30 cm versetzen, gut feucht halten und ganz
leicht düngen.
Erntezeit von September bis Dezember möglich.
Im Spätherbst können die gut entwickelten Pflanzen mit den Wurzelballen in
Sand eingeschlagen im Keller zur Selbstbleiche und zur Überwinterung
eingelagert werden. Die Köpfe sind auch im Kühlschrank lange lagerfähig.
Die Köpfe sehen dem Chinakohl etwas ähnlich.
Verwendung als Salat oder Gemüse möglich.
Die Blätter können in Salzwasser kurz gegart und anschliessend mit Hackfleisch
gefüllt gebraten werden :-)
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