Pflegeanleitung Wildkräuter

Arbeits- und Pflegeempfehlungen für Kräuterwiesen

Allgemeines

Dass Standort, Bodenverhältnisse und Klima entscheidenden Einfluss auf eine Blumen-, Gras- oder Kräuterentwicklung haben, ist seit vielen Jahren bekannt.

Als wichtige Tatsache bleibt festzuhalten, dass Böden nährstoff-, vor allem aber stickstoffarm sein müssen, wenn langfristig eine Blumen- und Kräuterflora entstehen soll.

Die Samen sollten im Jahr des Erwerbs ausgebracht werden, um eine optimale Keimfähigkeit zu haben!

Kulturhinweise

Die ph-Wert-Konstellation und der Bodenzustand (nährstoff-, vor allem aber stickstoffarm) sind fundamentale Grundlagen für die kurz- wie auch langfristige Entwicklung der Wiese.

Böden mit einem pH-Wert unter 6,5 sollten mit Naturkalk, der mit Spurenelementen und Magnesiumanteilen ausgestattet ist, bis zu einer Tiefe von 5 bis 8 cm verbessert werden.

Jegliche Stickstoffdüngung muss unterbleiben!

Böden mit einem ph-Wert über 6,5 erfordern keiner Sonderkalkung. Die Einsatzflächen müssen vom Planum her betrachtet ebenflächig sein und wie sonstige Anlagen auch vorbereitet werden.

Es ist vorteilhaft, - wenn der anstehende Kulturboden verunkrautet ist - einige Wochen zu pausieren, bevor die teueren Blumen- und Kräutersaaten ausgebracht werden. Die Fremdarten (störende *Unkräuter*) sind in ihrer Entwicklung so stark und aggressiv, dass sie nicht nur das Umfeld früher beherrschen und den Blumen- und Kräuterarten wenig Platz einräumen, sondern vielmehr auch einen hohen Wasserentzug bewirken.

Bei der Aussaat ist darauf zu achten, dass der ausgebrachte Samen nicht bzw. nur sehr schwach mit Erde überdeckt wird. Vor der Aussaat ist der Samen nochmals gut durchzumischen.

Die Aussaatzeit liegt von April bis Ende Oktober, wobei die August-Oktober Aussaat sehr vorteilhaft ist. Bei Frühjahrs- oder Sommeraussaaten muss der Boden mindestens 6-8 Wochen feucht gehalten werden, damit die im Keimstadium befindlichen feinsamigen Blumen- und Kräuterarten ein sicheres Entwicklungsstadium bekommen.
Als Aussaathilfe hat sich folgender Leitsatz bewährt:
Je extreme der Standort, desto kürzer der Ausbringungszeitraum.
Unsere Samen reifen überwiegend von Spätsommer bis Herbst. In dieser Zeit werfen die Mutterpflanzen ihre Samen dann ab.
Demzufolge ist der optimale Zeitpunkt zur Aussaat von Wildkräutern nach den ersten Regenschauern im zeitigen Herbst.

Einige Arten benötigen zur Keimung Frost-, Feuchtigkeits- und/oder Temperaturwechsel. Daher ist es möglich, dass im selben Jahr noch nicht alle Samen auflaufen werden und sich die Keime erst im nächsten Frühling entwickeln.

Die Aussaat

Die meisten Wildkräuter sind sogenannte Lichtkeimer. Bedeckt man diese nun mit Erde, so gehen sie in eine Ruhephase über und keimen erst dann ,wenn sie wieder ans Licht kommen.

Frühjahrs- oder Sommeraussaaten müssen unbedingt feucht gehalten werden!

Pflegehinweise

Die Schnitthöhe, vor allem aber der erste Sauberkeitsschnitt, in dem meist auch viele Fremdarten trotz vorbeugender Maßnahmen das Bestandsbild mitprägen, muss von Anfang an zwischen 8 und 12 cm liegen. Alles, was darunter liegt, führt zu Wachstums-Rhythmus-Störungen und Startschwierigkeiten. Im allgemeinen gilt:

  1. Im Aussaatjahr wird der erste Schnitt nach etwa 6-8 Wochen vorgenommen, um konkurrenzstarke Pflanzen zurückzudrängen und den sich langsam entwickelnden Arten bessere Startchancen zu geben. Bei Frühjahr und Sommeraussaaten sind, in 2- bis 3 - monatigen Abständen, weitere Rückschnitte erforderlich (maximal: 4 Schnitte pro Jahr, je nach Bodenverhältnissen und Biotopentwicklung). Herbstaussaaten erfordern, in der Regel, 1-2 Schnitte im ersten Jahr.
     
  2. Ab dem zweiten und folgenden Jahren wird die Blumenwiese jährlich einmal bis zweimal gemäht (z.B. Juni und September). Grundsätzlich ist der Herbstschnitt notwendig, um einen Erhalt der Artenvielfalt zu gewährleisten.

Eine offene Narbenbildung im Anfangsstadium ist als Garant für eine gesunde Entwicklung anzusehen. Wichtig ist auch, dass nach jedem Mähvorgang, das Schnittgut sofort entfernt wird.

 

Nachsaatmischungen

Wenn Nachsaaten erforderlich werden, ist maximal 1g/qm zu verwenden.

Wichtig ist immer, dass Originalsaatgut als Nachsaatmischung ausgebracht wird.

Eine Aussaat in schon bestehende Wiese (Rasen) ist nur auf den offenen Stellen und mit konkurrenzarmen Arten sinnvoll. In der Regel, sollte man diese offene Grasnarbe (*die Insel*) vorbereiten. Es werden folgende Schritte erforderlich:

1. Die Wiese zurückschneiden und das Schnittgut abfahren
2. Den Boden umgraben, von Gräser und unerwünschten Pflanzenwurzeln befreien.
3. Wenn notwendig, abmagern durch besanden
4. Vor der Aussaat bewässern

Für die Aussaattiefe reichen 5mm; wobei 5-6 Wochen bewässert werden sollte. Bei stark deckendem Grasbestand ist eine Nachsaat zwecklos. Hier muss mit radikalen Vertikutiermaßnahmen das Erdreich aufgerissen, der Gräserbestand zurückgedrängt und mehr Raum für Licht und Nahrung geschaffen werden, damit die Nachsaat erfolgreich verlaufen kann.

 

Probleme

Mangelhafte Entwicklung je nach Jahresaussaatzeit, Herbstaussaatzeit günstig für eine Blumen- und Kräuterfloraentwicklung im Folgejahr. Zu hohe Aussaatmengen forcieren das Gräser- und beeinträchtigen das Blumen- und Kräuterwachstum.

Maßnahme:

Grundsätzlich auf nährstoffschwachen, stickstoffarmen Bodenstrukturen anlegen, sonst zu üppiges Gräserwachstum und keine brauchbare Blumen- und Kräuterflora. Keine Stickstoffdüngemittel einsetzen, Bodenkolloidgefüge muss stimmen. Bei mangelhafter Entwicklung und anfangs hohem Fremdkräuterwachstum keine manuelle Entfernung einleiten, vielmehr zur Reduzierung der Fremdarten nur im Aussaatjahr mehrere Schnitte pro Jahr (4-5) durchführen, damit der Blumen- und Kräuterzuwachs nicht an der Entwicklung infolge hohen Fremdbesatzes gehindert wird. Keine hohen Wassergaben, das gilt besonders für kalkreiche Böden.

 

Grundsätzlich gilt:

Es werden ca. 3-5 Jahre Wartezeit benötigt, bevor sich eine brauchbare Blumen- und Kräuterflora unter Beachtung der Boden und Klimaverhältnisse entwickeln kann. Im ersten Jahr blühen bestenfalls einjährige Arten, die im zweiten Jahr nur durch eigenen Fortpflanzung (durch Samen) oder Nachsaat kommen werden. Wildblumenwiesen benötigen viel Geduld unter Berücksichtigung der vorgegebenen Anlaufzeit!
Keine hohen Wassergaben bei Wildblumenwiesen!

Bei Einsatz von Basismischungen gilt:
Aussaatmengen grundsätzlich nur bei 5-10 g/m²!
Bei zu hoher Dosierung wird das Gräserwachstum forciert und das Blumen- und Kräuterwachstum beeinträchtigt!
Idealer Weise werden die Basismischungen zusammen mit den Kräutermischungen ausgebracht.

 

TIPP:

Ich empfehle, die Samen in einem mit Sand und/oder Erde gefüllten Eimer vor der Aussaat gut zu vermischen. Leider tendiert man dazu, die Samen zu dicht auszubringen. Da es nicht vorteilhaft ist, die Samen in zu hohen Dosen auszubringen, ist dieser einfache Trick gut geeignet, das psychologische Moment des ...*au ich hab noch zu wenig gesät* .. auf einfach Weise zu überlisten:-)
Die Menge die man dann im Eimer hat, lässt sich leichter dosieren, als die reinen Samen.
Zu dichte Aussaat bringt im Endeffekt keine Vorteile, die Pflanzen behindern sich gegenseitig und versuchen sich letztlich sogar zu verdrängen, was einem gesunden Wuchs entgegensteht.
 

 

 

 

Die wichtigsten Fehler bei der Wildwiese:

 Richtig Falsch

 
Substrat
Wildkräuter brauchen ein extrem nährstoffarmes Substrat, damit ihre filigranen und zarten Keimlingswurzeln nicht "verbrennen".
 
ungedüngt und karg

Wildkräuter findet man immer an Stellen, auf denen keine Zuchtformen wachsen würden und man such sie vergeblich rund um den Komposthaufen.

Beispiele:
Sand - magere Erde - Aussaaterde ohne Düngezugaben

gedüngte Erde (Kompost, Hornspäne, Mist, Dünger, Geranienerde und andere Blumenerde die für blühende Pflanzen ausgelegt ist, sowie alle anderen gedüngten Erden)

Beispiele:
Gemüsebeet - Komposthaufen, Blumenbeet - Rosenbeet -

Aussaatartoben auf der Erde aufliegend mit Kontakt zur Erde
Die meisten Wildkräuter sind Lichtkeimer.
mit Erde bedeckt - oder untergegraben

Erde verhindert den Kontakt zum Licht -> Die Samen machen eine Ruhephase, bis sie ans Licht kommen

Aussaatmengewie angegeben

Nicht mehr als jeweils angegeben um den Konkurrenzdruck unter den Pflanzen minimal zu halten.

Wir verkaufen nur hochwertiges und hochkeimfähiges Saatgut, ohne Füllstoffe die angegebenen Mengen reichen somit auch wirklich aus.

"viel hilft viel" - hier nicht.

Pflanzen benötigen zum Wachsen viel Platz und sie konkurrieren untereinander um die besten Sonnenplätze. Die Stärkste Pflanze überlebt und die kleineren und somit schwächeren gehen ein.

WasserDie Erde feucht halten -
keine Staunässe

Bis die zarten Wurzeln fest im Erdreich verankert sind, sind sie extrem anfällig gegen austrocknen. Staunässe jedoch lässt die Pflanze verfaulen. Giessen mit maß und Ziel ist hier die Devise.
nicht giessen

Dann vertrocknen die zarten Pflanzen meist schon in der Keimphase.

zuviel giessen

Dann verfaulen die Pflanzen

Wartezeitgut Ding braucht Zeit
Wildkräuter sind keine F1-Hybride. Sie benötigen Zeit zum Wachsen und gedeihen und sie keimen erst wenn die Randbedingungen passen.
beschleunigen

Wildkräuter können im gesunden Wachstum nicht beschleunigt werden. Jeder Eingriff bringt ein ungesundes Wachstum mit sich.

WachstumszeitSchonung der Aussaatfläche
In den ersten Wochen sollte die ausgesäte Fläche weder betreten noch den Tieren zur Verfügung stehen.

Jeder Tritt zerstört viele Jungpflanzen, weil die zarten Wurzeln abbrechen und die Pflanze dadurch verloren ist.
jeder Fraß von Tieren vernichtet die Jungpflanze noch bevor sie die ersten richtigen Wurzeln im Erdreich verankern konnte

Sofortige Nutzung

Betritt man die frisch ausgesäte Fläche sofort oder überlässt sie den Tieren sofort, so ist die Wildwiese zum Scheitern verurteilt und es kann keine Artenvielfalt entstehen.

UmweltLicht - Luft - Temperatur- Wasser
Das Freiland ist der richtige Standort für heimische Wildkräuter. Sie brauchen sowohl den tag/Nachtrhythmus, als auch die Temperaturgegebenheiten und unser "rauhes " Klima um heranzuwachsen.
Gewächshaus - Zimmer - Frühbeet

Alles Faktoren, die eine gesunde Wildkräuterpflanze nicht verträgt. Temperaturschwankungen und Wettereinflüsse sind Grundvoraussetzung für ein gesundes Wachstum von Wildkräutern. Ein schnelleres Wachstum kann über die Anzucht in Zimmergwächshäusern herbeigeführt werden um die Pflanzen kennen zu lernen und dann im Freiland gezielt danach zu suchen. Eine so aufgezogene Wildpflanze wird jedoch zwangsläufig bei Zimmerhaltung früher oder später eingehen.

FressfeindeSchutz gegen Fressfeinde
Samen und junge Keimlinge sind eine willkommene Abwechslung im Futterplan von Wildvögeln, Schnecken und Käfern.
Ein Schutz gegen diese Fressfeinde ist somit sinnvoll und ein Verlust von Pflanzen wegen dieser Fressfeinde einzuplanen.
freies Überlassen der Wiese
Überlässt man eine frisch ausgesäte Wiese ihrem Schicksal, so siedeln sich innerhalb kürzester Zeit Fressfeinde der Jungpflanzen auf der Aussaatfläche an.
Nutzfläche <-> RegenerationsflächeGenügend Platz vorhanden
Hält man die "Nutztiere" (hier Nager und Reptilien) auf zu geringer Fläche die bepflanzt wurde, so wird die Fläche "überweidet" und die Pflanzen verschwinden, weil sie keinerlei Überlebenschance haben.
Entweder wird genügend Platz für Pflanzen und Tiere geboten, so dass die Tiere die Pflanzen nicht alle abfressen können, oder man trennt immer wieder Bereiche ab, die dann allerdings meist neu eingesät werden müssen, wenn die Tiere die Fläche zu sehr beansprucht haben.
Keine Schonungen
Gibt man der Wiese keine Möglichkeit sich vor den Tieren zu schützen, so wird sie in eine Graslandschaft übergehen. Nur Pflanzen, welche von den Tieren nicht gefressen werden, können dann noch existieren.
MahdGesunder Rückschnitt
Wird die Wildwiese ein bis zwei Mal jährlich zurückgeschnitten, so kann sie ihre Artenvielfalt beibehalten.
Das Mähgut muss abtransportiert werden.
Kein Rückschnitt
Wird die Wildwiese nie zurückgeschnitten (gemäht, so wird sich im laufe der Jahre ein Laubwald daraus entwickeln..

Zu oft zurückgeschnitten oder zu tief gemäht
Wird die Wiese zu oft zurückgeschnitten oder gar zu tief gemäht, so wird die Artenvielfalt verschwinden und nur noch wenige Arten in der Wiese überdauern.

Mähgut auf der Wiese belassen

Wird das Mähgut nicht abtransportiert, so entsteht daraus zum Einen ein "Dünger", der die Wildpflanzen vernichtet und zum anderen wird durch das mangelnde Licht ein heranwachsen der Wildkräuter unterbunden, so dass diese absterben.

 

 

 

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